Süß oder nicht Süß. Das ist hier die Frage...
Immer wieder bekomme ich Emails, ob unsere Kinder Süßigkeiten essen dürfen. Und wenn ja, was und wieviel und warum überhaupt?
Auch bei uns ist das immer wieder Thema. "Der soundso hat im Kindergarten erzählt, dass er diese und jene Süßigkeit morgen mitbringt." "Wenn ich dem und dem Süßigkeiten mitbringe, dann lädt er mich zum Kindergeburtstag ein, hat er gesagt." Ich habe noch etliche weitere Beispiele hier gehört. Mir scheint, das Thema Süßigkeiten nimmt im Kindergarten unter den Kindern einen großen Raum ein. Wie kommt das? Ich habe das Gefühl, dass durch die Eltern mehr Wirbel darum gemacht wird, als es eigentlich nötig wäre.
Unsere Kinder dürfen Süßkram essen.
Weil...
... wir uns lange Gedanken darüber gemacht haben. Das Für und Wider abgewogen haben.
... ein totaler Verzicht/ein totales Verbot dazu führen würde, dass die Kinder keine Gelegenheiten auslassen würden "heimlich" Süß zu essen. Mein Bruder und ich durften es nämlich nicht. Süß gab es nur zu besonderen Angelegenheiten. Dann haben wir aber bis zum Umfallen nicht aufgehört zu naschen. Nicht gut, sage ich euch!
... es nur mit großer Anstrengung z.B. im Familienkreis durchzusetzen wäre. Erklär' mal einer 80jährigen Uroma, warum das Enkelchen nicht wenigstens einen Schokoriegel haben darf.
Aber... (jetzt kommt das große aber)
... Süß gibt es selbstverständlich in Maßen. Wie immer ist die goldene Mitte für uns das Richtige. Zuhause essen unsere Kinder so gut wie keine Süßigkeiten (wenn überhaupt), wir trinken Wasser, gebacken und gekocht wird ohne oder mit wenig Zucker. Wenn es Süßkram gibt, wählen wir gute Bio-Qualität.
Als Zucker oder Süß betrachten wir aber alles, wo in irgendeiner Form Zucker enthalten ist. Auch Saftschorlen sind stark zuckerhaltig. In der Erkältungszeit zählen dann natürlich auch Hustenbonbons und Hustensaft zu Süßkram. Was kommt morgens auf den Frühstückstisch: Schokoladenaufstrich auf dem Butterbrot, Honigpops, gesüßter Joghurt? Alternative Süßungsmittel, wie Honig, Agavendicksaft, Reissirup usw. setzen wir ebenso sparsam ein wie normalen (Rohr)Zucker.
Klar, Honig zum Beispiel, hat sicherlich energetisch gesehen einen hören Nährwert als anderer Zucker. Die Energie, die die Bienen investiert haben, die wertvollen Vitalstoffe, etc. sind nicht zu verachten. Aber, wie unsere (anthroposophische) Ärztin gesagt hat: "Zucker ist Zucker!"
... wenn die Süßigkeiten nicht fester Bestandteil des Alltags zuhause sind, sie aber nicht als verboten gelten, dann haben wir die Erfahrung gemacht, dass sie gar nicht so einen hohen Stellenwert bei den Kindern haben.
Und dann spricht für uns nichts dagegen, wenn die Kinder bei der Oma einen Schokoriegel essen dürfen. Die Familie weiß mittlerweile auch, wie wir uns ernähren, weil wir es einfach erklärt haben, ohne zu belehren. Die Süßigkeiten, die wir dieses Jahr Weihnachten geschenkt bekommen haben, waren zum einen dadurch knapp bemessen und zum anderen waren sie fast ausnahmslos Bio.
Wir versuchen jedenfalls den Kindern einen genussvollen, aber in jedem Falle maßvollen Umgang mit süßen Lebensmittel zu vermitteln. Denn Süßigkeiten existieren in unserer Welt nun einmal!
Und keiner von uns großen Leuten kann sich davon freisprechen, nicht hin und wieder mal etwas zu Naschen, oder ? ;0)
Süße Grüße,
Hanna
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Liebe Hanna,
AntwortenLöschenja, die leckeren Süssigkeiten!
Ich wünschte, ich könnte ohne sie!!!
Aber das ist echt schwierig!
Hier in unserer Familie gibt es sie, aber auch nur wenig. Heute zum Beispiel habe ich den Süssigkeitenkorb auf den Tisch gestellt, jeder durfte mal gut zu langen und dann wurde er wieder weg gestellt.
Die Kinder bekommen Sonntags eine kleine Papiertüte mit Namen drauf.
In dieser ist für jeden Tag eine Kleinigkeit drin. Die Tüte liegt dann im Kühlschrank, gut erreichbar für die Kinder...
Aber oft vergessen sie die und die Süssigkeiten halten länger als eine Woche :D
Verbieten möchten wir diese auch nicht, versuchen auch mit wenig Zucker aus zu kommen, da sie bei Omas und Opas schon genug bekommen.
Für uns als Familie ist es sehr schwer, gegen unsere Eltern zu stellen.
Meine z.B. finden, das Bio nur Geldmacherrei ist und stellen sich dagegen. Handelsübliches Süsszeug tuts auch und Schwiegereltern belächeln uns auch immer .... und wir sehen ja auch nicht, was gegeben wird, wenn die Kinder alleine bei Oma und Opa sind...
Wenn man Biosüssigkeiten kauft (oder auch andere Biolebensmittel) dann geht man wirklich bewuster damit um und schlingt nicht oder schmeisst es weg, weil es verdorben ist....
Was ich aber superschlimm finde ist,
das es doch tatsächlich Eltern gibt, die denken, das FruchtZ**rge, Milchschni**e, KinderRi*gel & Co gesund wären und das den Kindern mit in den Kindergarten/Schule geben...
???
Liebe Grüsse aus der stürmischen Hügellandschaft
Sue*
DANKE für diesen Post!
AntwortenLöschenDu sprichst mir aus der Seele! Ich kenne es ganz genau so!
Ich mag dir mal ne Geschichte erzählen:
Mein Bruder (mitlerweile 12 Jahre), hatte zur einschulung damals NATÜRLICH auch etwas Süßes in der Schultüte.
Er lies diese für einen Moment unbeobachtet liegen. Ein anderer Junge klaute sich seine ganzen Süßigkeiten und kam mit Magenschmerzen ins KH.
Es stellte sich raus, dass dieser Junge so gut wie noch niemals Süßigkeiten gegessen hatte, weil er es nicht durfte. Er hatte sogar einen Zuckerschock bekommen.
Ich fand das ganz furchtbar!
Ich finde Süßigkeiten okay, solang man nicht zu früh damit anfängt, und es in Maßen gegeben wird, genau so wie erst nach dem Essen.
Julietta liebt Süßes!
Aber es kommt auch vor, dass sie statt ein stk Schokolade oder einen Gummibären, lieber eine Banane oder ne Kiwi will. Darüber freue ich mich so sehr!