Unser Jahr - Juni


Der Juni ist unser Sonnenmonat. Alles dreht sich um das Sonnenwend/Johannifest, das wir am 24. diesen Monat feiern.
Auf dem Jahreszeitentisch ist auch der Sommer eingezogen, sonnige Gelb- und Grüntöne hellen so manchen Regentag auf.
In dem Buch "All Year Round"(s.u.) habe ich vor einigen Jahren viele neue Ideen gefunden, speziell zum Thema "Sommer", die ich aus den deutschen "Waldorf-Büchern" noch nicht kannte.
So dreht sich im Juni eine schöne Sonnenspirale über dem Jahreszeitentisch und in den Fenstern glitzern Johanni-Sonnen aus Goldpapier.


Am Abend vor dem 24. werden wir ein Johannifeuer machen , Kartoffeln grillen, Stockbrot machen, Singen, Blumenkränze flechten und wer mutig ist, kann einen Sprung über das Feuer wagen. Das soll Glück, Reinigung und Gesundheit bringen. Unser Fest haben wir sonst immer am 24. gemacht, aber dieses Jahr wollen wir, als eine neue Familien-Tradition, zum ersten Mal mit den Kindern in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni im Garten zelten und dann am Morgen die Sonne wecken. 
Das schöne "Sonnen-weck-Ritual" habe ich in einem meiner neuen Lieblingsbücher gefunden (s.u.), die Sonne wird an ihrem Festtag mit besonderen Liedern freudig begrüßt, während sich der Himmel langsam rosa-orange färbt und die ersten Strahlen hervorgucken. Das wird sicher ganz besonders werden.


Rezept: Johannisbeerbowle
Die darf beim Johannifest nicht fehlen...
1 Schüssel rote Johannisbeeren
1 Flasche Saft (z.B. Apfel oder Traube)
1 Flasche Sprudelwasser
Eine Hand voll Zitronenmelisse

Die Johannisbeeren zusammen mit dem Saft und der Zitronenmelissen (die Melisse vorher in der Hand etwas zusammen knüllen, damit sie ihr Aroma preis gibt) in eine große Schüssel oder Karaffe geben. Für mindestens eine Stund kalt stellen und ziehen lassen. Danach mit Sprudelwasser aufgiessen und in Gläsern servieren. Wichtig (für meine Kinder): Unbedingt mit Beeren im Glas servieren, das Herauslöffeln der selbigen ist das Beste an der Bowle!


Aber könnt ihr euch vorstellen, dass nach Johanni die Tage schon wieder kürzer werden?
Überall ist es wunderbar grün und es blüht und duftet einfach nach Sommer.
Bei jedem Schritt kann man etwas Neues entdecken, die Kornblumen und Mohnblumen an den Rändern der Felder, "unser" Eichhörnchen, wie es fleißig Moos sammelt, um das Nest noch ein Bisschen gemütlicher zu machen, die Sonnenstrahlen, die ganz früh morgens in den Tautropfen auf allen Pflänzchen glitzern...
Doch eigentlich weiß man, dass es ja gar nicht mehr grüner werden kann, sondern die Natur sich schon langsam wieder auf den Herbst einrichtet, mit den ganzen Früchten und dem Gemüse was man jetzt schon ernten kann.
Wenn es nach meinen Kindern ginge, würden sie im Moment nur von den ganzen Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Schnittlauch, Salaten, Zuckererbsen usw, aus dem Garten leben. Sie wollen gar nicht mehr aufhören zu pflücken und zwischendurch betonen sie wie "überaus köstlich" alles schmeckt.


Sommerlieder, die wir singen:
-Die Sonne tönt nach alter Weise/Goethe;Melodie von?
-Durch den ersten Sonnenbogen/H.Diestel;Melodie variiert stark, je nach Kiga
-Trarira, der Sommer ist da/ A.Künstler;tradiert
-Lachen kommt der Sommer über das Feld/C.Bresgen
-Ich bin die Mutter Sonne/Ch.Morgenstern;A.Künstler
-Fliegt ein feurig's Männlein um/Jahr;Volksweise
-Muttergottes Gläschen blühet/ S.König;M.Garff
-Lasst uns singen: Sankt Johann/Volksweise
-und noch viele mehr (wird ergänzt, so wie sie mir einfallen)


Interessante Bücher mit Ideen, Geschichten oder Liedern sind für uns:
-Unser Sommer- und Herbstbuch
-Von Pfingsten, Mittsommer, Zwergen und Elfen (meine neue Lieblingsbücherserie)
-All Year Round
-Das Jahreszeitenbuch (natürlich!)
-Das große Jahresbuch für Kinder
-Festivals, Family and Food
-u.v.m (wird ebenfalls ergänzt, es gibt halt so viele schöne Bücher)

Beim Basteln und Gestalten sind wir viel draußen im Garten, oder beim Spazieren. Seifenblasen, Kreidemalen, Blumenkränze und -sträuße sind sehr beliebt bei den Kindern. "Buden"bauen, Hüpfekästchen, Feen- oder Zwergengärtchen einrichten und ganz viel Wasserspiel beschäftigen uns.


Im Garten gibt es natürlich auch viel zu erledigen. Die Kinder helfen gerne beim Sähen, Umpflanzen, Jäten, Giessen und Ernten. Ich finde besonders schön dabei, dass sie, je älter sie werden, sich mehr und mehr dafür interessieren, wie das alles funktioniert. Was die einzelnen Samen brauchen, damit daraus Pflänzchen werden. Müssen sie mit Erde bedeckt sein oder nicht, wie weit sollen sie auseinander liegen, brauchen sie einen Schutz aus Glas usw. Und auch die Pflänzchen werden von ihnen umsorgt, gegossen, gestützt.

Wenn wir draußen genau hinhören merken wir, dass die Vögel in diesem Monat von Tag zu Tag morgens und abends immer weniger singen. Am Ende des Sommers ist es dann schon richtig still...

Aber bis dahin ist ja noch Zeit zum Beeren pflücken und vor allem essen, zum Rosengelee einkochen, zum Ausnahmsweise-länger-aufbleiben-und Glühwürmchen-beobachten und was wir noch so alles im Sommer machen können.

Viele, in-Johanni-und-Einschulungs-Vorbereitungen-steckende Sommergrüße,

Hanna

Anleitung: Frühlings-Türkranz


Auch wenn die Temperaturen draußen im Moment scheinbar eine Frühlingspause eingelegt haben, war es doch an der Zeit unseren Winter-Türkranz in die Sommerpause zu schicken.
Beim Frühjahrsputz-Aufräum'-Entrümpeln war mir ein fast vergessener Kranz in die Hände gefallen, der sich prima für einen Frühjahrs-Türkranz eignet.

Du brauchst:
- Pflanzengefärbte Märchenwolle in grün, hellrosa, hellblau, versch. Brauntönen, dunkelblau, gelb
- Weiße Schafwolle im Vlies
- Einen Kranz aus Weinreben, Weide o.Ä.
- Seidenbändchen als Aufhängung
- Mittelstarke Filznadel und Filzunterlage
- Stecknadeln oder Heißkleber




So geht's:

Aus grüner Märchenwolle einen dünnen Strang ziehen, leicht eindrehen und mit der Filznadel zu einer lockeren Schnur filzen.





Ein wenig weiße und rosafarbene Wolle aufeinander legen und lose zu kleinen "Blüten" filzen.





Die Blüten im Abstand von ca. 5cm direkt auf die grüne Schnur filzen.



 Die Blütenschnur um den Kranz wickeln. Die Enden ein wenig überlappen lassen und vorsichtig mit der Filznadeln befestigen. Achtung: Die Nadel dabei nicht wie gewohnt senkrecht in die Wolle stechen, da sie leicht abbrechen kann. Stattdessen die Nadel so flach wie möglich von der Seite einstechen.




Aus brauner Wolle ein Nest formen und mit der Filznadeln verfestigen. Die Ränder dabei etwas nach oben biegen und mit der Nadel fixieren.



Das Nest mithilfe von Stecknadeln oder Heißkleber am Kranz befestigen. Ich habe einen Kranz aus Weinreben verwendet in den sich die Stecknadeln leicht einstechen lassen. Bei härteren Hölzern eignet sich Heißkleber besser.





Für das Vögelchen einen kleinen Strang blaue Wolle nehmen und einen Knoten in die Mitte machen.




Die beiden Enden des Stranges aufeinander legen und festfilzen.



Einen weiteren, Strang blaue Wolle nehmen und den kleinen Strang so darin einwickeln, dass der Knoten herausschaut. Der zweite Strang sollte um einiges breiter als der erste sein, da daraus der Vogelkörper entstehen soll.





Mit der Filznadel den Vogelkörper ausarbeiten.





Ein kleines Stückchen weiße Wolle lose in eine Flügelform filzen.

Mit dunkelblauer Wolle kleine Augen anbringen, in die Mitte ein winziges Fleckchen weiße Wolle anfilzen. Ein Stück gelbe Wolle zwischen den Fingern rollen und als Schnabel anfilzen.
Den Flügel am Vögelchen festfilzen.
Ein wenig grüne Wolle in das Nest legen und den Vogel hineinsetzen. Mit zwei Stecknadeln oder mit Heißkleber befestigen. Jetzt nur noch Seidenbändchen als Aufhängung am Kranz festbinden...

... Fertig!

Lieblingsbuch: Die Pflanzenmutter


Passend zum Frühlingsanfang am 20. März haben wir letzte Woche Die Pflanzenmutter von Jakob Streit gelesen.
Ein wunderschön zart illustriertes, klassisches Waldorfbuch. Es geht darum, wie die Pflanzenmutter mithilfe von Zwergen, Wasserelfen und anderen Naturgeistern die Erde aus ihrem Winterschlaf erweckt. Der Text ist schön geschrieben, mit Formulierungen, die man nicht jeden Tag liest.


Auszug: Pflanzenmutter sah viele Sämchen im Boden schlafen. Sie glimmten als abertausend Lebensfunken. Es war wie ein Sternenhimmel unten im dunklen Erdenkleid. "Ja, ja", sprach sie, "der Winter ist vorbei. Bald sollen die Lebensfunken der Blumen und Gräser hinaufwachsen. Es ist an der Zeit!"

Meine Kinder hören immer ganz andächtig zu, bei diesem "Seelenstreichlerbuch".

Stricken: Beyond Puerperium




Weil sich unser kleinstes Töchterlein im Moment wie eine kleine Robbe durch das Haus bewegt, die Fußböden unseres 50er Jahre Hauses aber ziemlich kalt sind, musste dringend ein "Bäuchlein-Wärmer" her.
Da Über-den-Kopf-anziehen aber gerade total unbeliebt ist, kam kein Pullover in Frage, eine Strickjacke mit Knöpfen vorne unbequem zum robben ist, passte das Beyond Puerperium Muster genau richtig.
Seitliche Knöpfe, einfaches Strickmuster, das Ganze aus mollig warmer Wolle von der Pflanzenfärberei Kroll. Perfekt!

Frohes neues Jahr...und gute Vorsätze



Ich glaube jeder hat irgendwelche Vorsätze für das neue Jahr. Egal ob offiziell zu Papier gebracht oder nur in Gedanken festgehalten.

Mehr gesundes Essen, weniger Süßkram, mehr Sport/Yoga/Meditation, öfter wieder ein Buch lesen/Malen/Schreiben, geduldiger/ruhiger/bewusster/achtsamer sein, weniger Termine und Stress, früher ins Bett gehen, weniger unnütze Fahrten mit dem Auto, die massenhaft geschossenen Fotos direkt durchsehen und die unbrauchbaren Bilder löschen, unfertige Projekte beenden, sich Zeit nehmen "Einfach mal gar nichts zu tun", sich bei Freunden melden, was man wegen angeblich wichtigeren Dingen schon Wochen/Monate oder länger versäumt hat... Die Liste lässt sich wahrscheinlich unendlich fortführen, je nach dem, wie groß der Perfektionismus-Anspruch an sich selbst ist.

Am Silvesterabend fragt man sich dann rückblickend, ob man im letzten Jahr überhaupt etwas davon umgesetzt hat.

Damit uns das in diesem Jahr nicht passiert, haben wir als Familie nur zwei Vorsätze gefasst.
Zum einen pickt sich jeder lediglich ein paar wenige Dinge heraus, die er für sich verändern möchte. Diese werden dann aber auch konsequent umgesetzt. Im Zweifel dürfen die anderen einen auch mal daran erinnern. :0)
Zum anderen, um dem Gefühl entgegenzuwirken, dass mal wieder wenig passiert ist, werden wir uns gründlich "Die lange Liste" vornehmen. 

Ich hatte vor längerer Zeit mal davon berichtet, dass es bei uns eine laaaange Liste mit Dingen gibt, die rund in und ums Haus zu erledigen sind. Von Riesenprojekten wie "Dach neu decken und ausbauen" bis hin zu 5-Minuten-Aktionen nach Art "Die und die winzige Stelle an der Wand mit Farbe ausbessern" ist alles dabei.
Und wie das nun mal so ist bei einem Haus aus den 50er Jahren, 5 Personen und einem Hund, die darin leben - es finden sich immer wieder neue Sachen, die erledigt werden wollen und daher auf die Liste wandern. Im Idealfall werden wir es dann mit unserem Vorsatz schaffen, dass die Liste nicht weiter wächst oder sogar schrumpft.

So werden wir am Ende dieses Jahres nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch für gut sichtbar für unsere Augen etwas geschafft haben.

Damit ich diesem Vorsatz auch treu bleibe, habe ich direkt mal was von der Liste erledigt.
Endlich den Feenreigen für die kleinste Tochter fertigstellen und über dem Bettchen aufhängen.

15 Minuten "Arbeit" investiert, von der Liste gestrichen... herrlich!

Ab ins Lädchen...

... haben es jetzt endlich noch ein paar Dinge geschafft, die schon länger darauf warten mussten... Hurra!







Wenn jetzt erstmal keines meiner Wichtelkinder mehr krank wird (toi, toi, toi), werden es vielleicht, ganz vielleicht noch ein paar mehr Schätzchen ins Lädchen schaffen...